Gerade die Braut war vor ihrer Vermählung dem alten Glauben der Menschen nach von Dämonen bedroht. Sie würden alles tun, um ihrer habhaft zu werden. Um dies nicht zuzulassen, entwickelte sich der Schutzbrauch, bei dem der Ehemann seine frisch angetraute Frau über die Schwelle in die künftige, gemeinsame Wohnung trägt, statt sie neben sich hineinzuführen.

Hintergrund ist die Annahme, dass böse Geister vor keinem Trick zurückschrecken, um die Braut zu besetzen. Sie verstecken sich auch unter der Türschwelle. Ohne Möglichkeit, den Fuß oder das Bein der Ehefrau zu berühren, gelingt den Dämonen der Zugriff nicht. Das Tragen über die Schwelle ist also die erste Schutzaufgabe des Ehemannes.

Auch ohne Geisterglaube bleibt das Über die Schwelle tragen ein symbolstarker Hochzeitsbrauch. So beginnt für die frisch Vermählten hinter der Schwelle ein neues, gemeinsames Leben. Der Ehemann meistert symbolisch die Aufgabe, seiner Frau den Weg zu erleichtern. Die Ehefrau vertraut ihr Wohlergehen den Händen Ihres Mannes an.

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